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Blick zurück und gleichzeitig ein Blick in die Zukunft

Ihr erwartet an dieser Stelle, bestimmt ein weiters Reiseziel oder eine neue Stadt. Ich hab mir allerdings gedacht, heute ist es mal Zeit, einen Blick retour zu riskieren.
Paradoxes Reisen, ist nicht nur ein Blog über Städte-Trips, Reisen und Restaurant Empfehlungen, es ist genauso ein Blog über Lifestyle und vor allem über meine persönlichen Erlebnisse und Erfahrungen.

Nennt es, wie ihr wollt, Vergangenheitsbewältigung, Aufarbeitung, schwelgen in Erinnerungen, es macht keinen Unterschied. Ich nenne es Vorbereitung auf all das, was jetzt kommen mag. Ich erzähle euch heute davon, wie ein Lokal unser Leben verändert hat: die Plainlinde.

Fast schon ewig ist es her, ich arbeitete gerade im Mangold in Lochau, als mein Chef zu mir kam und mir von einem neu eröffneten Lokal in Salzburg erzählte. Zwei absolute Top-Kollegen und Freunde, hatten gemeinsam ein Lokal, die Plainlinde, eröffnet.
Eines der ersten Konzept-Lokale Österreichs, nur haben das bis heute die meisten nicht verstanden. Was, definitiv für Stefan spricht, der immer schon seinen eigenen Weg gegangen ist und damit Vieles verändert hat.
Wir waren schon in der zweiten Woche nach der Eröffnung dort. Es war toll, einfach, unkompliziert und überlegt.
Wer unsere Geschichte ein wenig kennt, der wird jetzt bestimmt sagen: „Ma was für ein Zufall…“ ich persönlich, glaube ja nicht an Zufälle, darum würde ich mal behaupten, es hatte schon seinen Sinn, das wir damals bei Stefan und Gerhard beim Mittagessen saßen.
Seit diesem Zeitpunkt, war die Plainlinde, ein fixer Anlaufpunkt, wann immer ich in der Nähe war.
Als Anita und ich dann im Hangar 7 angefangen haben, war die Plainlinde unser absolutes Lieblingslokal, ja fast schon ein Zufluchtsort zum runterkommen. Es gab ja auch nicht wirklich eine Alternative, wo man sonst hin gehen hätte können.
Doch nie hätte ich damals gedacht, jemals mit Stefan zusammen zu arbeiten, noch für so lange Zeit in Salzburg zu bleiben.
Eigentlich wollten wir Salzburg nach dreieinhalb Jahren wieder verlassen, als ich Stefan eines Donnerstags Morgens, vor dem Hangar antraf. Nach kurzem, belanglosen Smalltalk, ging jeder von uns wieder seines Weges, aber im Weggehen rief Stefan mir noch kurz zu, ob er mich anrufen könne. Er hätte noch etwas mit mir zu besprechen…
Eine Woche später, im besten Café Salzburgs dem 220 °Grad, das erste Gespräch über Stefans Veränderungspläne. Was damals schon klar war, ich wollte unter keinen Umständen, der nächste Küchenchef der Plainlinde werden. Es wäre einfach keine Herausforderung und schon gar nicht spannend für mich gewesen.
Was allerdings schon spannend für uns gewesen ist, war die Tatsache, das wir damals schon gespürt haben, das wir drei gemeinsam, vieles Verändern könnten und uns unsere eigene Art von Gastronomie schaffen könnten. Und so war es auch.

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich lange mit der Plainlinde zu kämpfen hatte. Wir wurden ständig mit etwas verglichen, das eigentlich gar nicht relevant war. Aber gut was soll´s, geschadet hat es uns nicht, wie man sieht. Denn wie ihr wisst, “was einen nicht umbringt, macht einen härter“.
Mit all den Geschichten über unserer Pop Up Projekte lass ich euch in Ruhe. Das einzige, was ich dazu sagen möchte: Es war eine absolut geile Zeit! Eine Zeit, in der wir alle viel, über uns lernen durften.
Womit ich euch nicht in Ruhe lassen kann, ist die Tatsache, dass nun ein neuer Abschnitt unserer Geschichte bevor steht.
Die gastronomische Ära Stefan Brandtner´s neigt sich dem Ende zu.
Doch wo die eine Ära zu Ende geht, entsteht meistens schon eine neue.
Stefan wird sich beruflich verändern, wird sich mehr Zeit für sich selbst nehmen und uns in aller erster Linie fehlen. Für uns bedeutet das, dass wir nun die Ruder in die Hand nehmen. Wir werden das Paradoxon, zu unserem machen und ehrlich gesagt, wir freuen uns riesig darauf.

paradoxon

PeRFEkT – NiCHt Im gERINgsTEN

PARADOX, UNKONVENZIONELL – zu 100 %
Das Paradoxon wird auch weiterhin, ein Ort für Veränderung, Kreativität, Spannung, Genuss, Leidenschaft und für soziale Projekte bleiben.
Ganz klar ist, wir sind Koch und Konditorin. Wir wollen und werden nicht die große Lücke, die Stefan beruflich wie menschlich hinterlässt, nicht füllen. Wir werden Gastronomie praktizieren, wie wir es für richtig halten und wie wir es uns vorstellen. Unser Fokus, liegt ganz klar, im Bereich Genuss und Veränderung. Mal sehen, was da alles passieren wird.
Wir werden, einfach, sinnliche Gastronomie ohne Zwänge und Konventionen praktizieren.
Wir geben unserer eigenen Kunst Platz, lassen Raum für Künstler mit Pinsel, Sprühdose, Nadel, ja sogar Schere. Ganz egal, Hauptsache ist, jeder der bei und mit uns arbeitet, gibt sein Bestes für euch, die ihr uns besuchen kommt.
Lasst euch auf uns ein und wir werden unser Bestes geben, euch eine wunderschöne Zeit zu bereiten.
Und wer weiß, wenn alles gut läuft, dann werden wir wieder einmal mit Stefan zusammen arbeiten. Vielleicht nicht als Gastronomen, aber bestimmt auf einer neuen, ganz anderen Ebene. Und ich weiß jetzt schon, es wird großartig werden. Freundschaft, die selbst im Berufsleben hält, ist selten und besonders. Danke Stefan, für alles, was wir gemeinsam erleben und bewegen durften.

Ihr seht, ein Besuch in einem Restaurant kann ein ganzes Leben verändern!

Nächste Woche geht es weiter, wie gewohnt, mit einer super schönen Stadt und all den Vergnügungen und Versuchungen, die ein solcher Platz zu bieten hat.

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