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Amsterdam

Gibt es schönere Geschenke als Zeit miteinander zu verschenken!
Deshalb muss ich zugeben, eines der schönsten Geschenke des letzten Jahres, war der Kurztrip nach Amsterdam, den wir von meinem Trauzeugen und seiner bezaubernden Frau geschenkt bekommen haben.
Es ist zwar wirklich nicht einfach, einen gemeinsamen Termin für eine Reise zu finden, aber hinbekommen haben wir es trotzdem.
Schön das die beiden eine Stadt ausgewählt haben, die für uns alle vier Neuland war. Jeder von uns, hat schon viel über Amsterdam gehört, doch es ist sich schlicht weg nie ausgegangen hinzufliegen.
Umso gespannter waren wir.
Wie ihr euch denken könnt, war das erste und wichtigste, die passenden Lokale für uns zu finden.
Ich muss euch verraten, das ein Lokal aus der ein paar Wochen zuvor ausgestrahlten Sendung von Tim Mälzer, Kitchen Impossible unser Interesse geweckt hat. In einer der Folgen musste Mälzer nach Amsterdam um Hot Dogs zu machen. Die dort gezeigten Hot Dogs waren echt so präsentiert, das wir unbedingt dort hin mussten um diese zu verkosten.

Das Fat Dog von Ron Blaauw http://www.thefatdog.nl/ einem ehemaligen Sternekoch, ist in keiner speziellen Gegend, nicht wirklich spektakulär eingerichtet, aber unheimlich sympathisch. Klarerweise, haben wir die komplette Karte probiert. Es war ja der Anreise Tag und wir hatten richtig Appetit. Alle waren wirklich gut, durch die Bank, jeder einzelne. Lustige Kombinationen die definitiv aus der Norm fallen. So etwas würde bei uns sicherlich auch funktionieren.FatDog_Amsterdam
Zwei Stunden später hatten wir schon die nächste Reservierung. In einem weiteren Lokal von Ron Blaauw, der Ron´s Gastrobar. http://www.rongastrobar.nl/ RonsGastrobar_Amsterdam.png

Ein modern eingerichtetes Lokal mit einer offenen Küche und spannender Speisen Auswahl. Wir haben beschlossen so viel wie möglich zu bestellen und zu teilen. Das finde ich einfach das schönste auf der Welt, wenn Freunde gemeinsam Essen teilen und genießen. Die Gerichte waren spannend und gut gemacht. Das Steak, das wir bestellt hatten, war extrem groß, eigentlich günstig und wirklich großartig. Die Cocktails waren ebenfalls gut, aber die Weinkarte war eher fad und langweilig. Aber das war in allen Lokalen die wir besuchten so. Ich bin vielleicht auch nicht der Maßstab für Weinkarten, da ich lieber ein wenig ausgefallenes, spannendes und sinnvolles trinke, aber für eine Weltstadt wie Amsterdam, war es erschreckend langweilig.
Ist aber nicht so tragisch, gut Ding braucht eben Weile.

Am nächsten Tag, haben wir uns das obligatorische Fahrrad ausgeliehen. Nach nicht all zu langer Fahrzeit, war klar, dass ein tolles kleines Kaffee her musste. Wir fanden dies im Breakfastclub in Haarlemmerplein. http://thebreakfastclub.nl/

BreakfastClub_Amsterdam

Ein süßer Laden mit nettem jungem Personal und gemütlicher Einrichtung. Die Auswahl an Frühstück war toll und wir begeistert. Gestärkt, ging es wieder ab aufs Rad und ab ins Museum. Wer in Amsterdam ist, sollte sich die tollen Museen nicht entgehen lassen. Bei uns stand das Van Gogh Museum, das Rijks Museum sowie die Ausstellung von Bansky und Warhol im Moco auf dem Programm. Das Van Gogh Museum war nicht nur, weil ich ein großer Fan seiner Kunst bin ein Highlight für mich. Auch die Menge an Gemälden und Briefen aus dem Leben Van Goghs war überwältigend.
https://www.rijksmuseum.nl/ http://www.vangoghmuseum.nl/ http://www.mocomuseum.com/

RijkMuseum_Amsterdam

VanGogh_Amsterdam

moco_Amsterdam

Abends leicht müde von der großen Tour mit dem Rad, hatten wir eine Reservierung im Sazanka Teppanyaki Restaurant im Hotel Okura.
https://www.okura.nl/nl/culinair/sazanka/ Im Okura Hotel befinden sich gleich zwei 2 Sterne Restaurants, ein 1 Sterne Restaurant sowie ein Bib Gourmand Restaurant. Wir haben unser Lokal nicht nach den Auszeichnungen ausgewählt, sondern einfach nur aus dem Grund, das keiner von uns je in einem Teppanyaki Restaurant war. Pro Grill-Platte saßen acht Leute rundherum und genießen die Show des Kochs. Es war wirklich gut und zugleich spannend mit an zuzusehen. Wir hatten einen echt schönen Abend. Aber auch hier, die Weinkarte war einfach nur fad. Heißt aber nicht, das wir nichts getrunken hätten.

Sazanka_Amsterdam.png

Ich muss zu meiner Schande gestehen, das wir jeden Abend so geplättet waren, das wir in keiner einzigen Bar waren. Und das obwohl, Amsterdam in dieser Richtung einiges zu bieten hätte. Ich kann euch aber unbedingt zwei tolle Bars ans Herz legen, die Ihr an meiner Stelle besuchen solltet.

Door 74 gehört zu den besten Bars der Welt und wäre auch unser absoluter Favorit gewesen, wenn wir, wie gesagt nicht so müde gewesen wären. http://www.door-74.com/
Ebenfalls ohne da gewesen zu sein eine Empfehlung wert, ist das Tales and Spirits. http://www.talesandspirits.com/ Beides klassische Cocktail Bars auf aller höchstem Niveau.
Was sich aber nicht vermeiden lies, war ein ausgedehnter Verdauungsspaziergang im Rotlicht Viertel. Jeder hat uns quasi darauf hin gedrängt, das man es einmal gesehen haben müsse. Da wir sowieso immer zu viel gegessen hatten, war ein Spaziergang eh unumgänglich. Also ab hinter den Bahnhof und rein ins Getümmel. Es war erschreckend viel los und überraschend viel Betrieb. Es ist sicherlich spannend zu sehen, aber wieder, müsste ich nicht hin.

Am nächsten Tag stand ein wenig Shopping auf dem Programm und da ich am Tag zuvor in einer kleinen Seitengasse einen spannenden Shop gesehen hatte, mussten wir da nochmals hin. Zwischen etlichen Coffeeshops war ein richtig kleiner Laden in dem eine hübsche junge Bäckerin Cookies verkaufte. Was eigentlich nicht ungewöhnlich wäre, aber das spannende daran war, (A) die Gegend in der sie die Cookies verkaufte, (B) die riesige Schlange die am Vortag vor Ihrem Laden anstanden nur um eine Sorte Cookies zu kaufen und (C) das sich das ganze ja in Amsterdam befand. Dies lies für mich und wirklich nur für mich, einzig und allein darauf schließen, das die Dame spezielle Cookies (und ihr wisst jetzt auf was ich hinaus will) verkauft. Die anderen drei glaubten fest daran, das die Cookies so gut sein müssten und es nichts mit irgendwelchen Drogen zu tun haben würde.
Die Neugierde war einfach zu groß, wir also ab in die Schlange und gleich 6 Stück gekauft. Es gab wirklich ausschließlich eine Sorte. Nach nachfragen und verkosten mussten ich zugeben, das ich mich getäuscht hatte und sie einfach nur sehr gut gemacht waren. Deshalb war die Schlange vor der Tür auch so groß. Stimmt eigentlich, bevor ich tausend Dinge richtig schlecht oder durchschnittlich mache, mache ich eine Sache richtig gut. Ist ja auch logisch.
Zum Cookie, es war ein Cookie aus dunkler Schokolade, mit weißer Schokoladen Ganache Füllung. Sie hat einfach in die dunkle Schokoladenmasse eine weiße Ganache Praline gesteckt und mit gebacken. Jetzt war der Cookie innen so richtig cremig. VanStapel_Amsterdam

Da unser Flieger am späten Nachmittag schon wieder ging, blieb uns nur noch ein schönes, ausgiebiges Mittagessen. Mir hat jeder versichert, das wenn man in Amsterdam ist, zumindest einmal indonesisch gegessen haben sollte. Also war für uns klar, ab zum Indonesen. Die Wahl fiel auf ein Lokal, das ich von einer Top Quelle was Restaurant Tipps angeht bekommen habe. Meinem ersten richtigen Lehrmeister, Michael Schwarzenbacher vom Mangold in Lochau, auf dessen Empfehlungen immer zu hundert Prozent verlass ist. So auch in diesem Fall, dies sei vorne weg erzählt. Das Lokal hieß Sama Sebo und ist vom Museen Park nicht weit entfernt. http://www.samasebo.nl/ Optisch eher ein englisches Pup, aber mit dem Geruch von Frieden und Freude. Wir konnten es kaum erwarten bis der Kellner endlich die Bestellung entgegen genommen hatte und es nur noch eine Frage der Zeit sein könnte, bis die Herrlichkeiten aus der Küche zu uns kommen würden. Das Warten war zwar hart, aber hat sich auf jeden Fall gelohnt, alles was so zahlreich aus der Küche kam, war spannend und unfassbar lecker. Hier würden wir auf jeden Fall wieder hingehen. samasebo_Amsterdam.png

Eine weitere Empfehlung die mir am Herzen liegt, ohne das wir es hin geschafft haben, ist das Atelier Wolf. http://www.wolfatelier.nl/
Bei uns ist es sich auf Grund einer Planänderung leider nicht ausgegangen, was wir alle extrem schade fanden. Aber das wird ja nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir nach Amsterdam gekommen sind. Nun zurück zum Atelier Wolf, hier müsst ihr unbedingt hin gehen. Nicht nur das Michael Wolf sicherlich momentan der spannendste Koch der Stadt ist, auch die Location und das Konzept ist unheimlich cool. Hier ist Amsterdam gastronomisch modern angekommen. Dieses Lokal, könnte genauso in New York, Barcelona, Kopenhagen oder London stehen und ganz vorne mitmischen. Das nächste mal werden wir bestimmt hingehen.

Wolf_Amsterdam

Abschließend, kann ich nur positives von Amsterdam berichten und werde sicherlich wieder kommen. Eine wunderschöne Stadt mit sehr viel Charme und tollen Restaurants. Vielleicht ist bis zu meinem nächsten Besuch auch die Weinkarten Thematik ein wenig interessanter und Weltoffener.

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